Aktuelles:

Kaffee ist weltweit eines der beliebtesten Getränke. So ist es kaum verwunderlich, dass Kaffee zu den am besten erforschten Lebensmitteln gehört. Jährlich werden einige Hundert neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich mit den Wirkungen von Kaffee auf die Gesundheit auseinandersetzen. Einige interessante Studien stellen wir Ihnen vor.

  • Deine Kaffeetasse, meine Kaffeetasse

    Von persönlichen Gegenständen trennen wir uns ungern. Das gilt auch für Kaffeetassen: Müssen wir unsere ureigene Tasse jemand anderem überlassen, reichen wir sie seltener mit dem Henkel voran weiter, wie Forscher nun entdeckten.

    "Gib mir doch mal den Autoschlüssel!" oder "Hast du einen Stift für mich?" sind alltäglich Bitten, denen wir in der Regel nachkommen. Wir reichen den Gegenstand weiter – und zwar meistens so, dass der andere ihn gut fassen kann. Beim Weiterreichen sind Menschen aber nicht immer in gleichem Maß hilfsbereit, wie kanadische Forscher nun feststellten: Wer den gewünschten Gegenstand als sein Eigen betrachtet, bietet ihn anderen offenbar seltener mit Griff oder Henkel voran an.

    Für ihren Versuch luden die Forscher Freundespaare in ihr Labor ein und schenkten jeder Person beim ersten Besuch zunächst eine Kaffeetasse. Die Versuchsteilnehmer wurden aufgefordert, die Tasse jeden Tag zu verwenden und auf keinen Fall Andere daraus trinken zu lassen. Ein bis zwei Wochen später setzten die Wissenschaftler die beiden Freunde gemeinsam an einen Tisch und baten sie jeweils im Wechsel, ihrem Kumpel entweder die eigene oder dessen Kaffeetasse anzureichen, oder aber den Kaffeebecher des Versuchsleiters.

    Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen den Henkel der Kaffeetasse beim Abstellen stärker in Richtung der rechten Hand ihres Freundes drehten. Interessanterweise taten sie dies jedoch nicht so ausgeprägt, wenn es sich bei dem weiterzureichenden Gegenstand um ihren persönlichen Kaffeebecher handelte. Den vertrauten Becher für unsere Kaffeepause geben wir doch nicht so gerne her.

    Quellen:

    1. Merryn D. Constable et al.: Ownership Status Influences the Degree of Joint Facilitatory Behavior; Psychological Science 0956797616661544, 2016.
    2. Spektum.de vom 4.10.2016: Sozialpsychologie: Deine Kaffeetasse, meine Kaffeetasse

     

     

  • Keine Herzrhythmusstörungen durch Koffein

    Schon länger ist bekannt, dass moderater Kaffeekonsum sogar von Patienten mit Herzrhythmusstörungen gut vertragen wird [1]. Doch ob ein hoher Koffeinkonsum bei gefährdeten Patienten Herzrhythmusstörungen auslösen kann, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Bisherige Erkenntnisse stützen sich vor allem auf epidemiologische Studien. Brasilianische Forscher sind der Frage jetzt in einer experimentellen Untersuchung nachgegangen.

    An der randomisierten Doppelblindstudie nahmen 51 Patienten im Alter von durchschnittlich 61 Jahren teil, die an einer Herzinsuffizienz litten. Fast alle wurden medikamentös behandelt und hatten einen implantierten Kardioverter/Defibrillator, der Unregelmäßigkeiten im Herzschlag aufzeichnet und im Notfall eine lebensbedrohliche Arrhythmie beenden konnte.

    Die Patienten erhielten über fünf Stunden jede Stunde einen Kaffee, die eine Hälfte mit 100 mg Koffein, die andere ohne Koffein. Ergebnis: Die hohe Koffeindosis hatte bei den Herzinsuffizienz-Patienten keine Arrhythmien ausgelöst.

    Für die Forscher gibt es deshalb keinen Hinweis, dass ein erhöhter Koffeinkonsum ein akutes Risiko für die Patienten darstellt. Über das langfristige Risiko kann die Studie natürlich keine Aussage treffen. Bedacht werden muss auch, dass die Anzahl der Probanden gering war.

    Quellen:

    1. Pelchovitz, D.J., Goldberger, J.J.: Caffeine and cardiac arrhythmias: a review of the evidence. Am J Med, 124, 284-289, 2011.

    2. Priccila Zuchinali et al.: Short-term Effects of High-Dose Caffeine on Cardiac Arrhythmias in Patients With Heart FailureA Randomized Clinical Trial; JAMA Intern Med.; online publiziert am 17. Oktober 2016.

  • Kaffee und Nobelpreis

    Gibt es eine Verbindung zwischen dem Thema „Kaffee“ und dem Nobelpreis? Ja, die gibt es. Denn den diesjährigen Medizin-Nobelpreis hat der Japaner Yoshinori Ohsumi erhalten, der damit für die Entdeckung der Mechanismen der Autophagozytose ausgezeichnet wurde. Dieser Prozess wird möglicherweise auch durch Inhaltsstoffe aus dem Kaffeegetränk angestoßen.

    Zur Erläuterung: Die Autophagozytose (oder Autophagie) ist das Müll-Entsorgungssystem der Zelle, welches den zellulären Abfall erkennt, verpackt und zu zellulären Müllverbrennungs­anlagen, den Lysosomen, transportiert. Somit dient die Autophagozytose vor allem dem Schutz der Zelle, indem sie verhindert, dass sich überschüssiges Material ansammelt. Ist die Autophagozytose verlangsamt oder vollständig gestoppt, können schwerwiegende Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Krebs entstehen.

    Es gibt verschiedene Signale, die diese Selbstverdauung anregen, unter anderem ein Mangel an Nährstoffen, vor allem von Aminosäuren. Daher kann das Fasten die Autophagie fördern.

    Aber auch der Genuss von Kaffee kann möglicherweise die körpereigene Müllabfuhr auf Trab bringen, wie Forscher von der Universität Graz herausgefunden haben.

    Innerhalb von einer bis vier Stunden nach dem Kaffeekonsum wurden autophagozytotische Prozesse in der Leber, in der Skelett-Muskulatur und dem Herzen von Mäusen angekurbelt. Dabei waren sowohl entkoffeinierter als auch koffeinhaltiger Kaffee effektiv. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die im Kaffee enthaltenen Polyphenole die Autophagie hervorrufen könnten.

    Allerdings funktioniert das nur, wenn man seinen Kaffee ohne Milch trinkt, denn diese enthält Methionin, eine Aminosäure, die den Aufräumprozess behindert. Wer das umgehen will, sollte seinen Kaffee schwarz oder mit pflanzlich basierter Milch, wie Mandelmilch genießen.

    Quellen:

    1. Pressemitteilung von der Karl-Franzens-Universität Graz vom 7. Mai 2014: Grazer Forscher zeigen, warum Kaffee ohne Milch gesund ist.
    2. Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried vom 31. Januar 2014: Struktur des zellulären Müllsacks - Max?Planck?Wissenschaftler identifizieren den Aufbau eines wichtigen Entsorgungssystems der Zelle
  • Kaffeelust angeboren?

    Warum können einige Personen viel Kaffee trinken, ohne dass sie abends "im Bett stehen", und warum bevorzugen andere nur ein Tässchen am Tag? Bereits vor Jahren fanden Forscher Hinweise darauf, dass bestimmte Gene mit hohem Kaffeekonsum in Verbindung stehen könnten. Nun suchten Forscher gezielt nach genetischen Unterschieden bei Viel- und Wenigtrinkern.

    Bereits vor Jahren fanden Forscher Hinweise darauf, dass bestimmte Gene mit hohem Kaffeekonsum in Verbindung stehen könnten. Nun suchten Forscher gezielt nach genetischen Unterschieden bei Viel- und Wenigtrinkern. Dazu untersuchten sie fast 4.000 Menschen in Italien und den Niederlanden - und wurden fündig. Die Wissenschaftler fanden ein Gen namens PDSS2, das den Kaffeekonsum beeinflusst. Seine Aktivität reguliert andere Gene, die ihrerseits mit dem Kaffee-Stoffwechsel verbunden sind. Je aktiver das Gen bei einem Menschen ist, desto weniger Kaffee trinkt er oder sie.

    Die Forscher vermuten, dass dies damit zusammenhängt, wie schnell der Körper Koffein abbauen kann. Wer Koffein schnell abbaut, trinkt mehr Kaffee, so die Vermutung. Halte der Effekt des Muntermachers hingegen länger an, wird weniger getrunken. Tatsächlich genossen Träger der weniger aktiven Genvariante im Schnitt eine Tasse mehr des Heißgetränks pro Tag.

    Die Deutschen sind wirkliche Kaffeeliebhaber: Etwa 162 Liter trinken sie pro Jahr. Ob die Neigung zu einem höheren Kaffeekonsum tatsächlich vorwiegend genetisch bedingt ist, bleibt aber noch zu klären.

    Quellen:

    1. Nicola Pirastu et al.: Non-additive genome-wide association scan reveals a new gene associated with habitual coffee consumption; Scientific Reports 6, Article number: 31590 (2016), online publiziert am 25.8.2016   doi:10.1038/srep31590
    2. Spektrum der Wissenschaft: Kaffeejunkie dank Genvariante? Meldung vom 25.8.2016 auf www.spektrum.de
  • Leberkrebs: Wirkt Kaffee zellschützend?

    Stärkerer Kaffeegnuss senkt das Risiko für Leberkrebs, wie mehrere Studien gezeigt haben. Unklar war bisher, warum. Ein internationales Forscherteam hat nun Biomarker im Blut von Studienteilnehmern identifiziert, die erste Hinweise auf entzündungshemmende und zellschützende Mechanismen geben.


    Menschen, die täglich mehr als 600 ml (etwa 4 Tassen) Kaffee konsumieren, haben im Vergleich zu Menschen, die weniger als 300 ml (etwa 2 Tassen) trinken, ein um 75 Prozent vermindertes Risiko für Leberkrebs, hat eine Untersuchung im Rahmen der europäischen Langzeiternährungsstudie EPIC ergeben. Diese Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen vieler anderer Untersuchungen der vergangenen Jahre.

    Die Ursachen für diesen Zusammenhang lagen bisher im Dunkeln. Ein internationales Forscherteam hat nun Biomarker im Blut von Studienteilnehmern identifiziert, die erste Hinweise auf entzündungshemmende und zellschützende Mechanismen geben. Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher verschiedenste bekannte Parameter im Blut von 125 Menschen, die während der Studie erstmals an Leberkrebs erkrankt waren, sowie von 250 gesunden Studienteilnehmern.

    Besonders drei der untersuchten Parameter waren für den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Leberkrebs von großer Bedeutung. Hierzu zählten Interleukin-6, das an der Regulation von Entzündungsreaktionen beteiligt ist, sowie die beiden Enzyme Aspartat-Aminotransferase und Gamma-Glutamyltransferase, deren Spiegel bei Schädigung der Leberzellen oder Gallenerkrankung steigt.

    "Unsere Biomarkeranalysen sprechen dafür, dass es eine ursächliche Beziehung zwischen einem starken Kaffeekonsum und einem verminderten Leberkrebsrisiko gibt. Sie lassen zudem annehmen, dass Kaffee die Leber vor Entzündungen und Zellschäden schützt und so der Krebsentstehung entgegenwirkt", erklärt Dr. Krasimira Aleksandrova vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung und Leiterin der Studie.

    Trotz dieser positiven Ergebnisse sollten Menschen natürlich nicht versuchen, gezielt durch einen hohen Kaffeekonsum einem Leberkrebs vorzubeugen. Kaffeetrinken sollte weiterhin vor allem eines bleiben: ein Genuss!

    Leberkrebs steht weltweit an Position sechs der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen. In Ländern mit westlichem Lebensstil ist diese Krebsart zwar relativ selten, dennoch ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Neuerkrankungen in diesen Ländern inklusive Deutschland wieder angestiegen. Leberkrebs kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Virusinfektionen oder Alkoholmissbrauch. Aber auch Übergewicht und die damit verbundenen Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes stehen im Verdacht, besonders in den USA und Westeuropa zur Krankheitsentstehung beizutragen.

    Quellen:

    1. Aleksandrova K. et al.: The association of coffee intake with liver cancer risk is mediated by biomarkers of inflammation and hepatocellular injury: data from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition. Am J Clin Nutr. 2015 Dec;102(6):1498-508. doi: 10.3945/ajcn.115.116095. Epub 2015 Nov 11.
    2. Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Pressemitteilung vom 10.12.2015: Neue Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Leberkrebsrisiko
  • Heißgetränk für Leberschutz

    Am 28. Juli war Welt-Hepatitis-Tag 2016. Als Hepatitis bezeichnet man eine Entzündung der Leber, die meist durch Infektionen mit verschiedenen Hepatitisviren verursacht wird. Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus verlaufen häufig asymptomatisch, aber in den meisten Fällen chronisch. Sie zählen zu den wichtigsten Ursachen von Leberzirrhose und Leberkrebs.

    In den vergangenen drei Jahren haben sich mit neuen Medikamenten gegen Lebererkrankungen weitere Therapieoptionen ergeben. Aber auch die positiven Effekte des Kaffees auf die Leber, die schon länger bekannt sind, wurden weiter intensiv erforscht. Dass ein so alltägliches Getränk wie Kaffee einen Beitrag zur Lebergesundheit beitragen könnte, mag viele erstaunen. Doch es ist mittlerweile klar, dass der Genuss von Kaffee bzw. Koffein verbunden ist mit einem verminderten Risiko für erhöhte Leberwerte, Leberzirrhose und Leberzellkrebs.

    Ein im Juni 2016 veröffentlichtes Review untersuchte, ob diese positiven Effekte auch bei Patienten mit chronischer Hepatitis C zu finden sind.1 Dazu wurden frühere Forschungsergebnisse unter die Lupe genommen sowie Daten aus fünf Studien einer Metaanalyse unterzogen. Es zeigte sich, dass Hepatitis-C-Patienten mit einem höheren Koffeinkonsum ein geringeres Risiko für eine fortgeschrittene Leberzirrhose hatten als jene, die weniger Koffein zu sich nahmen.

    Zwei indische Forscher hatten bereits im Frühjahr 2016 die Effekte von Kaffee auf den Verlauf von Lebererkrankungen untersucht.2 Sie kamen zu dem Schluss, dass sich der Genuss von mehr als zwei Tassen Kaffee am Tag bei Patienten mit Lebererkrankungen positiv auf das Risiko von Folgeerscheinungen wie Fibrose, Zirrhose und Leberzellkrebs auswirkte. Außerdem fanden sie heraus, dass der Kaffeekonsum verbunden war mit einer Verbesserung bestimmter Leberenzyme (ALT, AST und GGTP).

    Sogar Patienten mit schweren Lebererkrankungen vor einer Transplantation und auch nach dem Eingriff kommt das Trinken von Kaffee zu Gute, wie deutscher Wissenschaftler beobachteten.3 Ein regelmäßiger Kaffeekonsum, so die Forscher, könne für solche Patienten möglicherweise empfehlenswert sein.

    Quellen: 

    1. Jaruvongvanich V. et al, 2016. Effects of Caffeine Consumption in Patients with Chronic Hepatitis C: A Systematic Review and Meta-Analysis, Clin Res Hepatol Gastroenterol, 2016 Jun 24. pii: S2210-7401(16)30089-4. doi: 10.1016/j.clinre.2016.05.012.
    2. Wadhawan M. & Anand A. C.: Coffee and Liver Disease, Journal of Clinical and Experimental Hepatology, 2016 Mar;6(1):40-6. doi: 10.1016/j.jceh.2016.02.003. 
    3. Friedrich K. et al.: Coffee consumption protects against progression in liver cirrhosis and increases long term survival after liver transplantation, Journal of Gastroenterology and Hepatology, 2016 Feb 15. doi: 10.1111/jgh.13319.
  • WHO: Kaffee nicht krebsfördernd

    Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat am 15. Juni 2016 einen Bericht zur wissenschaftlichen Beweislage im Zusammenhang von Kaffeekonsum und der Entstehung von Krebs veröffentlicht.


    Demnach gibt es keine Belege dafür, dass Kaffee krebserregend sei. Ganz im Gegenteil: Laut IARC gibt es Hinweise, dass das Heißgetränk das Risiko für Tumore der Leber und der Gebärmutter senkt.

    Hintergrund: Die IARC hatte Kaffee im Jahr 1991 als möglicherweise krebserregend eingestuft. Grundlage waren Studien, die eine Verbindung des Getränks mit Blasenkrebs belegten. Allerdings hatte man damals nicht berücksichtigt, dass Menschen, die viel Kaffee trinken, eher rauchen. Tabakkonsum ist dafür bekannt, dass er das Risiko für Blasenkrebs deutlich steigert.

    Nun hat die IARC die Klassifizierung revidiert und Kaffee in die Kategorie 3 eingestuft. Hiernach ist das Getränk "nicht als karzinogen für den Menschen klassifizierbar". Die Gruppe 3 enthält insgesamt 505 Substanzen, darunter Amaranth und Tee.

    In einer weiteren Bewertung widmet sich die IARC dem Konsum von sehr heißen Getränken und der Entstehung von Krebs. In diesem Bericht stuft die IARC sehr heiße Getränke in die Gruppe 2A ein: Demnach seien diese "wahrscheinlich karzinogen hinsichtlich Speiseröhrenkrebs".

    Diese Wirkung hängt jedoch nicht von dem Getränk ab, sondern von der Temperatur. Heiße Getränke, so auch Wasser, können zu Verletzungen und Schädigungen der Speiseröhre führen und damit auch das Risiko von Tumoren der Speiseröhre erhöhen.

    Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO hat eine Pressemitteilung in englischer Sprache zum Krebsrisiko und Kaffee herausgegeben: www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2016/pdfs/pr244_E.pdf

  • Kaffee gegen die Kilos

    In einer Auswertung von Daten des Deutschen Gewichtskontrollregisters konnte ein positiver Zusammenhang zwischen dem Konsum koffeinhaltiger Getränke und Gewichtserhaltung festgestellt werden.

    Wie eine aktuelle Studie zeigt, kann regelmäßiger Konsum von Kaffee dabei helfen, abzunehmen oder ein gesundes Gewicht zu halten.

    In einer Auswertung von Daten des Deutschen Gewichtskontrollregisters konnte ein positiver Zusammenhang zwischen dem Konsum koffeinhaltiger Getränke und Gewichtserhaltung festgestellt werden.

    Ziel des Deutschen Gewichtskontrollregisters, das auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt war, war es, herausfinden, welche Faktoren für eine langfristige Gewichtsstabilisierung von Bedeutung sind. Dabei wurden unter anderem auch die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten untersucht und die Ergebnisse mit einer allgemeinen Bevölkerungsstichprobe verglichen.

    Die Teilnehmer des Gewichtskontrollregisters, die über ein Jahr erfolgreich um mindestens zehn Prozent abnahmen und dieses reduzierte Gewicht nachhaltig über mindestens ein Jahr halten konnten, konsumierten deutlich höhere Mengen Kaffee und koffeinhaltige Getränke im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerungsstichprobe.

    Koffein, als Stimulanz des zentralen Nervensystems, wird nach wie vor als die aktivste metabolische Komponente des Kaffees angesehen und mit verschiedenen Auswirkungen auf den Stoffwechsel in Verbindung gebracht: erhöhter Energieverbrauch, erhöhte Wärmebildung und verbesserte Fettverbrennung im Muskel unter körperlicher Aktivität.

    Der moderate Konsum von Kaffee ist nicht mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden. Dies haben zahlreiche Studien bereits gezeigt.

    Das Deutsche Gewichtskontrollregister hat das Ziel, v. a. psychosoziale Prädiktoren für eine dauerhafte Gewichtsreduktion bzw. für eine neuerliche Gewichtszunahme nach erfolgreicher Gewichtsreduktion zu identifizieren. Um die Qualität der Versorgung einzuschätzen und zu verbessern ist es notwendig, die Erfahrungen möglichst vieler Personen zu dokumentieren. Das Deutsche Gewichtskontrollregister soll Grundlage für die Entwicklung von effizienteren Therapieprogrammen zur Gewichtsstabilisierung werden.

    Quellen:

    1. Icken D, Feller S, Engeli S, Mayr A, Müller A, Hilbert A, de Zwaan M: Caffeine intake is related to successful weight loss maintenance. European Journal of Clinical Nutrition 2016 70, 532-534 
    2. Pressemeldung vom 31.05.2016 vom Kompetenznetz Adipositas, Klinikum rechts der Isar an der Technischen Universität München: Mit Kaffee gegen die Kilos - Koffeinkonsum kann Gewichtsreduktion unterstützen
  • Parkinson: Wie schützt Koffein?

    Epidemiologische Studien zeigen immer wieder, dass moderater Kaffeekonsum das Risiko an Parkinson zu erkranken herabsetzen kann. Verantwortlich für den schützenden Effekt ist das Koffein. Forscher sind nun dem Wirkmechanismus auf der Spur.

    Epidemiologische Studien zeigen immer wieder, dass moderater Kaffeekonsum das Risiko an Parkinson zu erkranken herabsetzen kann. Diese positive Wirkung wird dem Im Kaffee enthaltenen Koffein zugeschrieben, das einen schützenden Effekt auf die Nervenzellen besitzt.

    Diese sogenannte "neuroprotektive" Wirkung beruht wohl auf der Tatsache, dass Koffein und verwandte Substanzen den Aktivitätszustand von Adenosin-A2A-Rezeptoren im Gehirn verändern. Wie genau Koffein und verwandte Substanzen ihre neuroprotektive Wirkung entfalten, war jedoch bisher unklar.

    Nun liegt eine Studie vor, die erklären könnte, warum das so ist. Charakteristisch für Parkinson sind sogenannte Lewy-Körperchen. Die Lewy-Körperchen gehen aus kleineren Vorstufen, den a-Synuklein-Oligomeren, hervor, die stark toxisch auf Nervenzellen wirken.

    Die Forscher fanden heraus, dass Koffein die Sterblichkeitsrate von Neuronen herabsetzte, die einer großen Mengen an a-Synuklein ausgesetzt waren. Koffein und Koffein-ähnliche Substanzen kontrollieren offenbar die späteren Stadien der a-Synuklein-Aggregation und verhindern dadurch die Ausbildung einer synaptischen Neurotoxizität, die letztlich auch Degenerationsprozessen entgegen­ wirkt.

    Quellen:

    1. Diana G. Ferreira et al.: Adenosine A2A Receptors Modulate ?-Synuclein Aggregation and Toxicity; Cereb. Cortex (2015) doi: 10.1093/cercor/bhv268 online publiziert am 2.11.2015
    2. Pressemeldung der Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität vom 17. März 2016: Kaffee gegen Parkinson?
  • EFSA: Gutachten zu Koffein

    Auf Wunsch der EU-Kommission hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ein Gutachten zur Sicherheitsbewertung von Koffein veröffentlicht. Das entsprechende Gremium gibt auf Basis einer großen Zahl von Studien Empfehlungen für den Verzehr von Koffein aus allen möglichen Quellen.


    Koffein ist eine natürlich vorkommende Substanz, die sich in Pflanzenteilen wie Kaffee- und Kakaobohnen, Teeblättern, Guarana-Beeren und Kolanüssen findet. Schon seit langem wird Koffein von Menschen geschätzt, es findet sich heutzutage nicht nur im Kaffee oder Tee, sondern in einer Vielzahl von Produkten, wie beispielsweise in Süßigkeiten, Cola-Getränken oder in sogenannten Energy-Drinks.

    Das im Mai 2015 veröffentlichte wissenschaftliche Gutachten der EFSA befasst sich mit möglichen negativen Gesundheitsfolgen durch den Konsum von Koffein aus allen Nahrungsquellen einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln. Das verantwortliche Gremium gelangte aufgrund der Studien u. a. zu folgenden Schlüssen:

    "Einzeldosen von bis zu 200 mg Koffein - etwa 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht (mg/kg KG) aus allen Quellen (Anm. d. R.: z. B. Kaffee, Energydrinks, Schokolade, Tee usw.) sind für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung unbedenklich."

    "Eine über den gesamten Tag verteilte Koffeinaufnahme aus allen Quellen von bis zu 400 mg pro Tag (etwa 5,7 mg/kg KG/Tag) ist für die gesunde erwachsene Allgemeinbevölkerung unbedenklich, ausgenommen Schwangere."

    Dabei ist zu beachten, dass keine Höchstgrenze für den Koffeinkonsum festlegt wird. Es wird also nicht gesagt, dass eine Koffeinaufnahme von mehr als 400 mg pro Tag gesundheitsschädlich ist. Viele spannende Informationen zu Koffein finden Sie hier.

    "Einzelne Koffeindosen von 100 mg (etwa 1,4 mg/kg KG) können sich bei einigen Erwachsenen auf Schlafdauer und -muster auswirken, insbesondere, wenn sie kurz vor dem Schlafengehen aufgenommen werden."

    Wer im Hinblick auf den Schlaf empfindlich auf Koffein reagiert, sollte seinen Kaffeegenuss entsprechend anpassen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

    Schwangere und stillende Frauen brauchen auf ihren Kaffee nicht zu verzichten, so die EFSA:

    "Eine über den gesamten Tag verteilte Koffein-Aufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag ist für den Fötus unbedenklich."

    Mehr zu dem Thema finden Sie hier.

    Das Gutachten ist auf der Homepage der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit einsehbar.

  • Nächtliches Kopfweh – Kaffee kann helfen

    Kopfschmerz ist ein sehr weit verbreitetes Phänomen, das viele verschiedene Ursachen haben kann. Entsprechend viele Behandlungsmöglichkeiten gibt es. Bei Kopfschmerzen, die nur nachts auftreten, kann eine Tassee Kaffee am Abend helfen.

    Solche Kopfschmerzen, die ausschließlich im Schlaf auftreten, sind eine Sonderform. Der Schmerz kann den Schlaf der Betroffenen empfindlich stören. Nach dem Aufwachen hält er in der Regel mindestens eine Viertelstunde und maximal vier Stunden an.

    Die Diagnosekriterien sind erfüllt, wenn über drei Monate hinweg mindestens zehn nächtliche Attacken pro Monat auftreten und sich keine Ursachen finden lassen. Betroffen sind meist ältere Menschen, zu zwei Dritteln Frauen, bei rund 60 Prozent treten die Schmerzen beidseitig auf. Die Attacken beginnen in der Regel im REM-Schlaf, einer Schlafphase, die im Allgemeinen als "Traumschlaf" angesehen wird und unter anderem der Festigung von Gedächtnisinhalten dienen soll.

    Erstaunlicherweise scheint Koffein bei einigen Patienten mit solchen Kopfschmerzen gut prophylaktisch zu wirken: Mit einer Tasse Kaffee am Abend blieben viele die Nacht über schmerzfrei, wie Professor Svenja Happe von der Klinik für Neurologie in Telgte auf einer Tagung in Mainz berichtete.

    Mehr zum Thema Kaffee und Kopfschmerzen finden Sie in der Broschüre "Kaffee und Gesundheit - Antworten auf häufige Fragen", die Sie bei uns kostenlos bestellen oder herunterladen können.

    Quelle:
    Ärztezeitung online vom 15.01.2016: Kopfweh in der Nacht