Kaffee-Genießer werden seltener dement

Eine aktuelle finnische Studie zeigt: Wer im mittleren Lebensalter regelmäßig Kaffee trinkt, verringert offenbar sein Risiko, später an einer Demenz zu erkranken. Bei 3 bis 5 Tassen am Tag macht dieser Effekt bis zu 65 Prozent aus.

An der Langzeit-Untersuchung mit dem Namen CAIDE (Finnish Cardiovascular Risk Factors, Aging an Dementia) hatten anfangs mehr als 2.000 Personen teilgenommen. In den Jahren 1972, 1977,1982 und 1987 war unter anderem der tägliche Kaffeekonsum ermittelt worden. Die tägliche Trinkmenge wurde mit niedrig (0 – 2 Tassen), mäßig (3 – 5 Tassen) oder hoch (mehr als 5 Tassen) eingestuft.

Im Jahr 1998, nach Ablauf von durchschnittlich 21 Jahren, waren noch 1.409 Teilnehmer übrig. Diese wurden erneut untersucht, wobei in 61 Fällen eine Demenz diagnostiziert werden konnte. 48 davon litten unter einer Alzheimer-Demenz.

Die Auswertung ergab, dass Kaffeetrinker deutlich seltener an Demenz erkrankten als diejenigen, die in mittleren Jahren gar nicht oder nur wenig Kaffee getrunken hatten. Die stärkste Risikoreduktion fand sich mit 65 Prozent bei der Gruppe mit mäßigem Kaffeekonsum (3 bis 5 Tassen täglich). Auch nach der Bereinigung nach anderen Kofaktoren änderte sich nichts an diesem Ergebnis.

Nach Meinung der Autoren könnten die Resultate der Studie von großer Bedeutung für die Vorbeugung oder Verzögerung von Demenzerkrankungen sein. Eventuell könnten sich zukünftig daraus ernährungsmedizinische Interventionen ableiten lassen.

Quellen:
Marjo H. Eskelinen, Tiia Ngandu, Jaakko Tuomilehto, Hilkka Soininen, Miia Kivipelto (2009). Midlife Coffee and Tea Drinking and the Risk of Late-Life Dementia: A Population-based CAIDE Study. Journal of Alzheimer's Disease 16(1), im Druck.

Ärztliche Praxis, News Neurologie