Neue Metastudie bekräftig: Kaffee und Tee schützen vor Typ-2-Diabetes mellitus

Koffein ist nicht dafür verantwortlich / Protektive Wirkung möglicherweise durch Chlorogensäuren

Eine neue Meta-Analyse bestätigt die aus früheren Publikationen bekannte protektive Wirkung von Kaffee gegen einen Typ-2-Diabetes mellitus. Auch Tee war mit einer geringeren Erkrankungsrate assoziiert. Koffein fällt als Erklärung weg, da auch entkoffeinierter Kaffee eine vorbeugende Wirkung entfaltete. Veröffentlicht wurde die neue Meta-Studie in den Archives of Internal Medicine (2009; 169: 2053-2063) Mitte Dezember 2009.

Seit der letzten Meta-Analyse (JAMA 2005; 294: 97-104) sind zwar erst vier Jahre vergangen, doch die Zahl der Studien, die dem Zusammenhang zwischen Kaffee und Typ-2-Diabetes mellitus nachgehen, hat sich verdoppelt.

Rachel Huxley vom George Institute for International Health in Sydney und Mitarbeiter können ihre Aussagen auf 18 Studien mit 457.922 Teilnehmern stützen. Hinzu kommen noch einmal sechs Studien mit 225.516 Teilnehmern zum Einfluss von entkoffeiniertem Kaffee und sieben Studien mit 286.701 Teilnehmern zu den Auswirkungen von Tee.

Sie kommen fast einmütig zu dem Ergebnis, dass der Genuss der drei erwähnten Getränke mit einer erniedrigten Rate von Erkrankungen am Typ-2-Diabetes mellitus einhergehen. Mehr noch: Die überwiegende Zahl der Studien findet eine Dosis-Wirkungsbeziehung: Je mehr Tassen der Getränke Erwachsene am Tag trinken, desto geringer ist das Erkrankungsrisiko. Pro Tasse Tee oder Kaffee (mit oder ohne Koffein) sinkt das Erkrankungsrisiko um 7 Prozent rechnet die Chef-Epidemiologin des Instituts vor. Bei drei bis vier Tassen am Tag ergibt sich schnell eine Reduktion um etwa ein Viertel.

Es besteht aber immer noch die Möglichkeit, dass Kaffee- und Teetrinker andere von der Forschung bisher übersehene gemeinsame Eigenschaften haben, die ihnen einen relativen Schutz vor der Volkskrankheit Typ-2-Diabetes mellitus gewähren. Ihre Leidenschaft für die Genussmittel wäre dann nur ein Marker, aber nicht die Ursache der protektiven Wirkung.

Doch diese Wahrscheinlichkeit wird immer geringer und es dürfte an der Zeit sein, über die in Kaffee und Tee enthaltenen diabetes-protektiven Wirkstoffe nachzudenken. Koffein ist es nicht – so haben Cola-Getränke wegen des hohen Zuckergehalts eher diabetesfördernde Eigenschaften.

Aber Kaffee und Tee enthalten als natürliche Extrakte pflanzlicher Produkte eine Vielzahl von Substanzen, deren Auswirkungen auf den Kohlehydratstoffwechsel erst teilweise erforscht sind.

Zu den möglicherweise diabetespräventiven Substanzen zählt die Forschung Magnesium und Antioxidanzien wie Lignane oder chlorogene Säuren. Ob sie wirklich vor einem Diabetes schützen können, muss zukünftigen Studien überlassen bleiben. Im Idealfall wären diese randomisierte klinische Studien.

Kaffee- und Teetrinkern bleibt derzeit die Hoffnung, dass die Genussmittel eine günstige Begleitwirkung haben. Aus Sicht der European Society of Cardiology spricht nichts gegen die Getränke, da sich Befürchtungen, sie könnten eine schädliche Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben, nicht bestätigt hätten. Der Pressesprecher Lars Rydén warnte jedoch, dass Kaffee und Tee sicherlich nicht die etablierten Diabetesrisiken aufheben, die sich aus Bewegungsmangel und Übergewicht ergeben.

Abstract der Studie:
Rachel Huxley et al., Coffee, Decaffeinated Coffee, and Tea Consumption in Relation to Incident Type 2 Diabetes Mellitus, A Systematic Review With Meta-analysis, Arch Intern Med. 2009;169(22):2053-2063, December 2009, Opens external link in new windowhttp://archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/169/22/2053

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Quelle:
Deutsches Ärzteblatt, 15.12.2009, Opens external link in new windowhttp://www.aerzteblatt.de/