Erneut bestätigt eine Studie die Annahme, dass Kaffee das Herz schützen kann: Eine aktuelle, Mitte Juni 2010 vorab online veröffentlichte Langzeituntersuchung niederländischer Wissenschaftler belegt, dass moderater Kaffeekonsum nicht nur – genauso wie Tee – nicht ursächlich mit Schlaganfall oder Herzkrankheiten mit tödlichem Ausgang in Verbindung zu bringen ist, sondern darüber hinaus das Risiko für Herzerkrankungen senken kann.
Ein Forscherteam um Yvonne van der Schouw vom University Medical Center Utrecht sammelte 13 Jahre lang Auskünfte von 37.514 Menschen im Alter zwischen 20 bis 69 Jahren zu deren Kaffee- und Teeverbrauch und verglichen die Angaben mit Fällen von Herzerkrankungen und Tod in diesem Personenkreis. „Frühere Studien haben gezeigt, dass Kaffee und Tee die Gefahr von Herzkrankheiten zu reduzieren scheinen. Aber es wurde nicht schlüssig belegt, dass auch weniger Risiken bestehen in Hinblick auf Gehirnschlag und den Tod durch Herzkrankheiten“, so van der Schouw. Das ist mit der neuen Studie gelungen.
Danach war bei den Teilnehmern, die mehr als sechs Tassen Tee pro Tag konsumierten, ein um 36 Prozent reduziertes Risiko von Herzkrankheiten festzustellen im Vergleich zu den Probanden, die nur eine Tasse oder weniger tranken. Noch geringer ist bei den Vieltrinkern die Wahrscheinlichkeit einer tödlichen Herzerkrankung: Das Risiko war sogar um 45 Prozent niedriger als das der Versuchsteilnehmer, die maximal eine Tasse Tee pro Tag tranken.
Auch der moderate Kaffeegenuss von zwei bis vier Tassen pro Tag wirkt der Studie zufolge tödlichen Herzleiden entgegen – allerdings weniger deutlich als beim Teetrinken. Die Gefahr des Auftretens einer Herzkrankheit reduzierte sich bei gemäßigtem Kaffeekonsum um 20 Prozent im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die weniger als zwei oder mehr als vier Tassen täglich leerten.
Dass der Gesundheitszustand von Tee-Trinkern grundsätzlich besser war, liegt nach Ansicht der Wissenschaftler am Konsumverhalten der Kaffeetrinker, die oft rauchen und sich weniger gesund ernähren. Statistisch gesehen achten Kaffeetrinker generell weniger auf ihre Gesundheit. Bei den Probanden mit einem hohen Kaffeekonsum war – im Vergleich zu den starken Teetrinkern – das Bildungsniveau niedriger, es gab mehr Diabetes-Patienten und Raucher, der Hüftumfang war größer und der Cholesterinspiegel war höher.
Quellen:
J. Margot de Koning Gans, Cuno S.P.M. Uiterwaal, Yvonne T. van der Schouw, Jolanda M.A. Boer, Diederick E. Grobbee, W. M. Monique Verschuren, Joline W.J. Beulens, Tea and Coffee Consumption and Cardiovascular Morbidity and Mortality, Journal "Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology" (doi: 10.1161/ATVBAHA.109.201939), Published online before print June 18, 2010,
http://atvb.ahajournals.org/cgi/content/abstract/ATVBAHA.109.201939v1
ddp-Meldung vom 18.6.2010, Ärzte Zeitung, Tee und Kaffee schützen das Herz, 18.6.2010

