Was im Kaffee schützt vor Alzheimer?

Die genauen Ursachen der Alzheimer-Demenz sind noch nicht aufgeklärt. Neuere Studien deuten jedoch darauf hin, dass der durch Reaktive Sauerstoffmoleküle (ROS, Freie Radikale) induzierte oxidative Stress bei der Pathogenese eine Rolle spielt. Der Genuss von Kaffee scheint dabei einen schützenden Effekt auszuüben. Koreanische Forscher haben nun untersucht, welche Inhaltstoffe im Kaffee dafür verantwortlich sein können.

Etliche Studien aus den letzten Jahren legen nahe, dass der moderate Genuss von Kaffee das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer verringern kann. Worauf dieser Effekt beruht, ist aber noch unklar. Da aber vermutet wird, dass oxidativer Stress einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer Alzheimer-Demenz leisten, gingen die koreanischen Wissenschaftler der Frage nach, welche antioxidativ wirksamen Substanzen im Kaffee zu dem protektiven Effekt beitragen.

In einem Mausmodell hatte sich herausgestellt, dass Koffein über die Unterdrückung der Betaamyloid-Produktion eine schützende Wirkung auf die Kognition ausübt. Kaffee ist darüber hinaus aber auch reich an Phytophenolen wie zum Beispiel Chlorogensäure. Die Forscher wollten herausfinden, ob auch Chlorogensäure einen neuroprotektiven Effekt aufweist. Sie verwendeten dazu löslichen entkoffeinierten Kaffee und PC12-Zellen aus der Ratte, die als Modell für die Untersuchung des neuronalen Zelltods geeignet sind.

In Übereinstimmung mit früheren Studien fanden die Wissenschaftler, dass Chlorogensäure die Akkumulation von Freien Sauerstoffradikalen deutlich verhindern kann und dass dies auf das starke antioxidative Potential der Chlorogensäure zurückzuführen sein dürfte. Ob sich aus dieser Antioxidations-Wirkung auch der schützende Effekt auf die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz ableiten lässt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Quelle:
E S Cho et al. (2009), Attenuation of oxidative neuronal cell death by coffee phenolic phytochemicals. Mutation Research, 661, 18-24