Wie Kaffee die Leber schützt

(Juli 2009) „Nehmen Sie einen Kaffee zu Ihrem Brandy, Sir?“ Diese in britischen Clubs nicht selten gehörte Frage, erweist sich aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge mehr und mehr als eine durchaus sinnvolles Tradition. Denn zahlreiche Studien zeigen: Der Genuss von Kaffee kann vor einer Leberfibrose schützen.

In seinem jetzt in „Environmental Toxicology and Pharmacology“ publizierten Review mit dem Titel „About coffee, cappucino and connective tissue growth factor – or how to protect your liver“ hat Olav Gressner vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie an der RWTH Aachen sowohl die bisherigen klinisch-epidemiologischen Studien als auch die pathobiochemischen Grundlagen der antifibrotischen Wirkungen von Kaffee zusammengefasst.

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass der Genuss von Kaffee mit dem Risiko für eine Leberfibrose invers korreliert. Auf welchem Mechanismus dieser Effekt beruht, ist allerdings noch nicht bis ins Detail geklärt. Neuere Ergebnisse zeigen, dass Koffein dabei eine wichtige Rolle spielt. Koffein, mehr noch aber sein primärer Metabolit Paraxanthin, inhibiert die Transforming Growth Factor (TGF- Beta)-abhängige – und –unabhängige Synthese des Bindegewebs-Wachstumsfaktors (CTGF/CCN2) in den Leberparenchymzellen in vivo und in vitro. CTGF ist maßgeblich am fibrotischen Umbau verschiedener Organe beteiligt und wird daher als wichtiger Ansatzpunkt für eine Therapie fibrotischer Erkrankungen betrachtet.

Die Resultate legen nahe, dass Koffein bzw. seine potenten Metabolite, die Methylxanthine, wegen ihrer inhibitorischen Effekte auf die hepatozelluläre CTGF-Synthese als wirkungsvolle Arzneistoffe für Patienten mit chronischen Lebererkrankungen eingesetzt werden könnten.

Quelle:
O A Gressner (2009), About coffee, cappucino and connective tissue growth factor – or how to protect your liver. Environmental Toxicology and Pharmacology, 28, 1-10, Opens external link in new windowhttp://www.ncbi.nlm.nih.gov/