Allgemeines

Hunderte Millionen Menschen weltweit trinken täglich Kaffee. Kaffee gehört damit zu den populärsten Getränken überhaupt - und das bereits seit einigen Hundert Jahren. In der Frühzeit des Kaffeekonsums in Europa wurde Kaffee (wie auch Tee) weniger als Lebensmittel sondern viel häufiger als eine Art Arzneimittel betrachtet.

So beschrieben britische Ärzte im ausgehenden 16. Jahrhundert ausführlich die gesundheitlichen Vorzüge von Kaffee, die von „hilft der Verdauung, beschleunigt das Denkvermögen, macht das Herz leicht“ bis zu „lindert Husten, Kopfschmerzen und Wassersucht“ reichten. Es wurden aber auch Warnungen ausgesprochen, wonach übermäßiger Kaffeekonsum zu Schwindel, Abmagerung, Schlafstörungen und zeitweiliger Melancholie führen könne.

Aufgrund seiner belebenden Wirkung und seines Geschmacks hat Kaffee also schon früh den Forscherdrang der Menschen in Europa geweckt. Aber erst auf eine Anregung von Johann Wolfgang von Goethe hin, isolierte der deutsche Chemiker Ferdinand Runge im Jahr 1820 erstmals das Koffein, die wohl wichtigste Substanz im Kaffee.

Ist Kaffee tatsächlich mehr als ein Genussmittel? Lassen sich die traditionellen Beobachtungen mit wissenschaftlichen Methoden bestätigen oder verwerfen? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich zahlreiche Forscher seit mehr als 100 Jahren. So ist es kaum verwunderlich, dass Kaffee bis heute zu den am besten untersuchten Lebensmitteln weltweit gehört. Jährlich werden allein 1.500 bis 2.000 neue wissenschaftliche Studien veröffentlicht, die sich mit den gesundheitlichen Wirkungen von Kaffee auseinandersetzen.

Selbst als Arzt und Medizin-Experte wird es zunehmend schwieriger, dabei die Übersicht zu behalten, wenn man sich nicht intensiv mit diesem Thema befasst. Manche Studienergebnisse machen hin und wieder Schlagzeilen auch in der breiten Publikumspresse. Oft geschieht dies ungeprüft oder stark verkürzt und kann zu Irrtümern und Verunsicherung bei den Menschen führen. So galt Kaffee viele Jahre auch in Fachkreisen als Flüssigkeits- und Mineralstoff-Räuber, und erst in letzter Zeit fand hier ein Umdenken aufgrund – gar nicht so neuer – wissenschaftlicher Untersuchungen statt.

Damit Sie auch auf diesem Gebiet ein kompetenter Berater für Ihre Patienten sein können, haben wir versucht, die uns zugänglichen Forschungsergebnisse zu Kaffee-Wirkungen auf die Gesundheit auf dieser Website so prägnant wie möglich zusammenzufassen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die die Inhalte nach Krankheitsbildern beziehungsweise Organsystemen geordnet. Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen in der täglichen Praxis von Nutzen sein können.