Physische Leistungsfähigkeit und Sport

Koffein wird schon seit Jahrzehnten von professionellen Athleten und ambitionierten Freizeitsportlern dazu eingesetzt, das Training zu unterstützen und bei Wettkämpfen besser abzuschneiden. Wegen seiner leistungssteigernden Wirkung stand Koffein früher auf der Dopingliste. Doch im Jahr 2004 wurde es durch die Welt-Doping-Agentur (WADA) von der Liste gestrichen.

 

Koffein wirkt leistungssteigernd

Wahrscheinlich verbessert Koffein auf verschiedene Weise die Leistung. So vermag es die zentrale Erschöpfung zu modulieren und die subjektive Bewertung von Anstrengung, Schmerzwahrnehmung und den Kraftreserven zu beeinflussen [1-3].

Doch das ist nicht alles: Koffein und seine Abbauprodukte erweitern die Blutgefäße, erhöhen das Urinvolumen (Theobromin) und fördern die Lipolyse (Paraxanthin). Theophyllin entspannt die glatte Muskulatur und erweitert damit die Bronchien. Eine Verbesserung des Atemminutenvolumens wurde nachgewiesen [4].

 

Bessere Leistung im Ausdauersport

Eine Vielzahl von Studien belegt, dass sich Koffein besonders bei der Ausdauerleistung als wirkungsvoll erweist, und damit bei Sportarten wie beispielsweise beim Radfahren, Schwimmen, Langlauf oder Triathlon [5-8].

Im Unterschied zum Ausdauersport, bei dem die Energie überwiegend über aerobe Stoffwechselwege zur Verfügung gestellt wird, erfolgt die Energiezufuhr bei sehr kurzzeitigen körperlichen Höchstleistungen anaerob. Studien zu den Effekten von Koffein auf anaerobe, also auf kurzzeitige Höchstbelastungen ausgelegte Sportarten wie Sprint, Mannschaftsspiele und Krafttraining, kommen zu uneinheitlichen Ergebnissen. Einige zeigen eine signifikante Leistungsverbesserung bei Mannschafts- und Kraftsportarten, andere kommen zu einem gegenteiligen Resultat. Eine mögliche Erklärung für diese unterschiedlichen Ergebnisse und Einschätzungen könnte sein, dass das Ausmaß der Reaktion auf Koffein durch die Unterschiede in der individuellen Koffein-Verstoffwechselung begründet liegen könnte [9].

 

1. Judelson, D.A. et al. Physiol Behav, 85, 629-634, 2005.

2. O´Connor, P.J. et al. Pain, 109, 291-298, 2004.

3. Gliottoni, R.C. et al. Int J Sport Nutr Exerc Metab, 19, 150-161, 2009.

4. Karapetian, G.K. et al. Int J Sports Med, 33, 507-513, 2012

5. Desbrow, B. et al. Journal of Sports Sciences, online publiziert Dez. 2011.

6. Burke, L.M. Appl Physiol Nutr Metab, 33, 1319-1334, 2008.

7. Cox, G.R. et al. J Appl Physiol (United States), 93, 990-999, 2002.

8. Doherty, B. and Smith, P.M. Scand J Med Sci Sports, 15, 69-78, 2005.

9. Astorino, T.A. and Roberson, D.W. J Strength Cond Res, 24, 257-65, 2010.