- 1: Allgemeines.
- 2: Vorbemerkung zu Studiendesigns.
- 3: Wirkungen im Überblick.
- 4: Inhaltsstoffe.
- 5: Einfluss auf Psyche und Körper.
- 5.1: Wachheit.
- 5.2: Ängstlichkeit.
- 5.3: Geistige Leistungsfähigkeit.
- 5.4: Schlaf.
- 5.5: Gewöhnung/Abhängigkeit.
- 5.6: Physische Leistungsfähigkeit und Sport.
- 6: Einfluss auf ausgewählte Krankheitsbilder.
Über den Zusammenhang von Schlafverhalten und Koffein wurden zahlreiche Studien publiziert. Im Wesentlichen wurde darin gezeigt, dass Koffein das Einschlafen verzögert und die Schlafdauer reduziert, wobei sich allerdings eine große individuelle Schwankungsbreite offenbarte (1,2). So wurde in einer Studie beschrieben, dass morgendlicher Kaffeekonsum den Schlaf in der folgenden Nacht beeinflusste (3). Eine andere Studie kam hingegen zum Ergebnis, dass abendlicher Kaffeegenuss den direkt folgenden Schlaf nicht beeinträchtigte (4).
Eine mögliche Erklärung für diese Diskrepanz könnte die bekannte Tatsache sein, dass gewohnheitsmäßige Kaffeetrinker seltener über Schlafbeeinträchtigungen (sie entwickeln eine gewisse Toleranz gegenüber Koffein) berichten als Menschen, die nur ab und zu einmal Kaffee trinken (5). Selbst wenn der Schlaf beeinflusst wird, führt dies am nächsten Tag nicht zu Veränderungen der Stimmung und des Allgemeinbefindens (6). Insgesamt sind die Belege für einen Zusammenhang von Schlaf und Koffeinkonsum aber eher schwach.
Ein Review aus dem Jahr 2002 zieht aus den vorhandenen Daten folgende Schlüsse:
1. Große Mengen Koffein (mehr als 3 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis), die am späten Abend eingenommen werden, verzögern das Einschlafen und reduzieren die Schlafdauer.
2. Bei geringeren Koffeinmengen kommt es zu starken individuellen Variationen, wobei der Schlaf von Vieltrinkern durch Kaffee kaum bis gar nicht beeinträchtigt wird.
3. Die Bedeutung der Koffeinwirkungen auf das Verhalten am Tag nach dem Koffeinkonsum und deren langfristigen Effekte auf die Gesundheit sind noch unbekannt.
4. Selbst ein hoher Koffeinkonsum scheint keinen großen Einfluss auf die Schlaf-Parameter zu haben.
1. Zwyghuizen-Doorenbos, A. et al. Psychopharmacology, 100, 36-39, 1990.
2. Hicks, R.A. et al. Bulletin of the Psychonomic Society, 21, 24-25, 1983
3. Landolt, H.P. et al. Brain Research, 675, 67-74, 1995.
4. Levy, M. and Zylber-Katz, E. Clinical Pharmacology and Therapeutics, 33, 770-775, 1983.
5. Snyder, S.H. and Sklar, P. Journal of Psychiatric Research, 18, 91-106, 1984.
6. Smith, A.P. et al. Journal of Psychopharmacology, 7, 203-206, 1993.

