- 1: Allgemeines.
- 2: Vorbemerkung zu Studiendesigns.
- 3: Wirkungen im Überblick.
- 4: Inhaltsstoffe.
- 5: Einfluss auf Psyche und Körper.
- 6: Einfluss auf ausgewählte Krankheitsbilder.
- 6.1: Asthma.
- 6.2: Herzerkrankungen.
- 6.3: Diabetes.
- 6.4: Magen-Darm-Trakt.
- 6.5: Gallensteine.
- 6.6: Leberzirrhose.
- 6.7: Nierenfunktion und Wasserhaushalt.
- 6.8: Kalzium-Gleichgewicht und Knochengesundheit.
- 6.9: Schwangerschaft.
- 6.10: Krebs.
- 6.11: Alzheimer-Demenz.
- 6.12: Parkinson.
Aufgrund der demographischen Entwicklung insbesondere in den Industriestaaten steigt die Zahl von Alzheimer-Patienten immer rasanter an. In den letzten Jahren wuchs daher das Interesse, Möglichkeiten zu finden, wie man der Alzheimer-Demenz vorbeugen könnte. In diesem Zusammenhang untersuchte man auch den Einfluss von Kaffee beziehungsweise Koffein.
So hatte eine retrospektive Studie aus Portugal mit 54 Alzheimer-Patienten ergeben, dass der Genuss von Kaffee über einen Zeitraum von 20 Jahren signifikant das Risiko verringerte, an Alzheimer-Demenz zu erkranken (1). Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine prospektive kanadische Kohorten-Untersuchung mit 4.615 älteren Probanden (2).
Ein Review aus dem Jahr 2007 wertete noch einmal alle Beobachtungen für eine Assoziation zwischen dem Alzheimer-Risiko und dem Kaffeekonsum aus (3). Ingesamt handelte es sich um 2 Fall-Kontroll-Studien und 2 Kohorten-Studien, die zwischen 1990 und 2002 durchgeführt worden waren. Die Autoren des Reviews kommen zu dem Schluss, dass sich aus diesen Studien ein offensichtlicher schützender Effekt des Kaffeekonsums auf das Alzheimer-Risiko ableiten lässt. Wegen der in den Studien verwendeten heterogenen Methoden, weisen sie allerdings darauf hin, dass für eine endgültige Bewertung der Kaffeewirkungen auf das Alzheimer-Risiko weitere prospektive Studien benötigt werden.
1. Maia, L. and De Mendonca, A. European Journal of Neurology, 9, 377-382, 2002.
2. Lindsay, J. et al. American Journal of Epidemiology, 156, 445-453, 2002.
3. Barraco Quintana, J L et al, Neurological Research, Volume 29, 2007)
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Welche Inhaltsstoffe im Kaffee können vor Alzheimer schützen?
(November 2009) Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen aus den letzten Monaten stützen die schon länger geäußerte Annahme, dass der über längere Zeit andauernde regelmäßige Genuss von Kaffee das Risiko reduzieren kann, an einer Demenz, zum Beispiel vom Alzheimer-Typ, zu erkranken. Welche biochemischen Mechanismen dafür verantwortlich sein könnten, wurde in tierexperimentellen Studien näher untersucht.
Bereits ein Review der wissenschaftlichen Daten bis zum Jahr 2007, in das alle Beobachtungen für einen Zusammenhang zwischen dem Alzheimer-Risiko und dem Kaffeekonsum eingeflossen waren, kam zu der Schlussfolgerung, dass sich aus den vorhandenen Studien ein offensichtlicher schützender Effekt des Kaffeekonsums auf das Alzheimer-Risiko ableiten lässt.
Anfang 2009 wurde eine finnische Studie publiziert, die viel Aufmerksamkeit fand. An der Langzeit-Untersuchung mit dem Namen CAIDE (Finnish Cardiovascular Risk Factors, Aging an Dementia) hatten anfangs mehr als 2.000 Personen teilgenommen. In den Jahren 1972, 1977, 1982 und 1987 war unter anderem der tägliche Kaffeekonsum ermittelt worden. Die tägliche Trinkmenge wurde mit niedrig (0 – 2 Tassen), mäßig (3 – 5 Tassen) oder hoch (mehr als 5 Tassen) eingestuft. Im Jahr 1998, nach Ablauf von durchschnittlich 21 Jahren, waren noch 1.409 Teilnehmer übrig. Diese wurden erneut untersucht, wobei in 61 Fällen eine Demenz diagnostiziert werden konnte. 48 davon litten unter einer Alzheimer-Demenz.
Die Auswertung der Daten ergab, dass Kaffeetrinker deutlich seltener an Demenz erkrankten als diejenigen, die in mittleren Jahren gar nicht oder nur wenig Kaffee getrunken hatten. Die stärkste Risikoreduktion fand sich mit 65 Prozent bei der Gruppe mit mäßigem Kaffeekonsum (3 bis 5 Tassen täglich). Auch nach der Bereinigung nach anderen Kofaktoren änderte sich nichts an diesem Ergebnis.
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Demenz sind noch nicht aufgeklärt. Neuere Studien deuten jedoch darauf hin, dass der durch Reaktive Sauerstoffmoleküle (ROS, Freie Radikale) induzierte oxidative Stress bei der Pathogenese eine Rolle spielt. Da Kaffee einen hohen Gehalt an Antioxidantien aufweist, könnte hierin eine Erklärung für seine schützende Wirkung zu finden sein. Koreanische Wissenschaftler wollten dieser Frage genauer nachgehen.
In einem Mausmodell hatte sich herausgestellt, dass Koffein über die Unterdrückung der Betaamyloid-Produktion eine schützende Wirkung auf die Kognition ausübt. Kaffee ist darüber hinaus aber auch reich an Phytophenolen wie zum Beispiel Chlorogensäure. Die Forscher wollten herausfinden, ob auch Chlorogensäure einen neuroprotektiven Effekt aufweist. Sie verwendeten dazu löslichen entkoffeinierten Kaffee und PC12-Zellen aus der Ratte, die als Modell für die Untersuchung des neuronalen Zelltods geeignet sind.
In Übereinstimmung mit früheren Studien fanden die Wissenschaftler, dass Chlorogensäure die Akkumulation von Freien Sauerstoffradikalen deutlich verhindern kann und dass dies auf das starke antioxidative Potenzial der Chlorogensäure zurückzuführen sein dürfte. Ob sich aus dieser Antioxidations-Wirkung auch der schützende Effekt auf die Entwicklung einer Alzheimer-Demenz ableiten lässt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
>> Wer sich darüber hinaus einen schnellen Überblick verschaffen will, was die Wissenschaft noch über weitere interessante Kaffee-Wirkungen auf die Gesundheit herausgefunden hat, dem kann die vom Deutschen Grünen Kreuz herausgegebene 60-seitige Broschüre „Kaffee - Wirkungen auf die Gesundheit“ nützlich sein. Diese kann man durch Einsendung. eines mit 1,45 Euro frankierten DIN-A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz, Stichwort: Kaffee-Broschüre, Schuhmarkt 4 in 35037 Marburg anfordern.
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Quellen:
Marjo H. Eskelinen, Tiia Ngandu, Jaakko Tuomilehto, Hilkka Soininen, Miia Kivipelto (2009). Midlife Coffee and Tea Drinking and the Risk of Late-Life Dementia: A Population-based CAIDE Study. Journal of Alzheimer's Disease 16(1)
E S Cho et al. (2009), Attenuation of oxidative neuronal cell death by coffee phenolic phytochemicals. Mutation Research, 661, 18-24

