Gallensteine

Eine Reihe von Studien hat nach Zusammenhängen zwischen dem Kaffeekonsum und der Bildung von Gallensteinen geforscht. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Der Genuss von Kaffee scheint einen protektiven Einfluss auszuüben, wobei Männer offenbar davon mehr profitieren als Frauen.

 

Zitiert werden sollen hier nur zwei der größeren Studien. So fand die amerikanische Health Professionals Follow-Up Study mit 46.000 Männern heraus [1], dass jene Männer, die mehr als vier Tassen Kaffee pro Tag zu sich genommen hatten, ein um 45 % erniedrigtes Risiko für die Bildung von Gallensteinen aufwiesen. Die Nurses Health Study, an der mehr als 80.000 Frauen teilgenommen hatten [2], kam zu einem ähnlichen Resultat, wobei hier das Gallenstein-Risiko bei vier und mehr Tassen Kaffee täglich um 28 % geringer ausfiel.

 

Die schützende Wirkung könnte darauf zurückzuführen sein, dass Kaffee, wie es eine Studie nahe legt, die Cholecystokinin-Werte anheben kann [3]. Das Peptidhormon bewirkt u. a. eine Kontraktion der Gallenblase und damit deren Entleerung [4]. Somit könnte Kaffee möglicherweise einer Hypomotilität und einer unvollständigen Entleerung der Gallenblase entgegenwirken – zwei Faktoren, die zu einer verlängerten Verweildauer der Galle in der Gallenblase führen und die Entstehung sogenannter Cholesteringallensteine begünstigen.

 

Die Tatsache, dass Kaffee die Kontraktilität der Gallenblase fördert, könnte auch die Erklärung dafür sein, dass manche Patienten mit Gallensteinen darüber klagen, Kaffee würde ihre Gallenschmerzen provozieren [3].

 

1. Leitzmann, M.F. et al. Journal of the American Medical Association, 281, 2106-2112, 1999.

2. Leitzmann, M.F. et al. Gastroenterology, 123, 1823-1830, 2002.

3. Douglas, B.R. et al. American Journal of Clinical Nutrition, 52, 553-556, 1990.

4. Marzio, L. Dig Liver Dis., 35 Suppl 3, 17-9, 2003.