Kalzium-Gleichgewicht und Knochengesundheit

 

Der Einfluss des Kaffeekonsums auf das Osteoporose-Risiko sowie auf das Fraktur-Risiko ist bislang nicht eindeutig geklärt.

 

Von 31 ausgewählten älteren Untersuchungen fanden 10 einen leicht negativen Effekt auf die Knochengesundheit, in 21 anderen Studien war kein Zusammenhang erkennbar [1].

 

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2006 stellten die Forscher fest, dass die tägliche Einnahme von 330 mg Koffein oder mehr insbesondere bei Frauen mit einer geringen Kalzium-Zufuhr das Risiko für osteoporotische Frakturen leicht erhöhte [2].

 

In einem Review aus dem Jahr 2009 zur Bedeutung von möglichen Risikofaktoren für niedrige Knochendichte kamen Forscher hingegen zu dem Schluss, dass ein niedriges Körpergewicht und die Postmenopause gut belegte Risikofaktoren wären, Koffeinzufuhr jedoch nicht [3].

 

Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2012 zeigt wiederum eine dosisabhängige positive Assoziation zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko für Frakturen, vor allem für Frauen [4]

 

Die im Juli 2013 veröffentlichte schwedische Längsschnittstudie der Forscher um Helena Hallström von der National Food Agency kommt zu einem anderen Ergebnis – Kaffee wirkt sich demzufolge weder auf das Frakturrisiko noch auf die Knochendichte schwerwiegend aus [5].

Die Studie zeigt, dass selbst hoher Kaffeegenuss von bis zu 8 Tassen am Tag das Frakturrisiko nicht maßgeblich erhöht. Von den 61.433 Studienteilnehmerinnen der Geburtsjahre 1914 bis 1948 erlitten in einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 14 Jahren 14.738 Frauen Frakturen, davon 3.871 an der Hüfte. Ein Zusammenhang mit Kaffeekonsum konnte jedoch nicht hergestellt werden, denn Kaffeetrinkerinnen zogen sich nicht öfter Knochenbrüche zu als Nicht-Kaffeetrinkerinnen. Zwar könne man bei den Kaffee trinkenden Studienteilnehmerinnen einen geringfügigen Unterschied in der Knochendichte feststellen, aber erst ab einer ordentlichen Tagesration, und auch dann nur in geringem Ausmaß: Ab vier Tassen Kaffee sank laut Studie die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule um 4 Prozent, im proximalen Oberschenkelknochen um 2 Prozent.

 

1. Heaney, R.P. Food and Chemical Toxicology, 40, 1263-1270, 2002.

2. Hallstrom, H. et al. Osteoporosis International, Online Edition, May 2006.

3. Waugh, E.J. et al. Osteoporosis International, 20, 1-21, 2009.

4. Liu, H. et al. Archives of Medical Science, Volume 8, 2012.

5. Hallström, H. et al. Am. J. of Epidemiology, online publiziert am 23. Juli 2013

doi: 10.1093/aje/kwt062