Krebs

Die Frage, ob Kaffeekonsum das Risiko für Krebserkrankungen allgemein oder für bestimmte Krebsarten erhöhen könnte, wurde intensiv untersucht.

 

Das zeigen Übersichtsarbeiten

Ein Review aus dem Jahr 2008, in dem mehr als 70 Veröffentlichungen zum Thema Kaffee und Krebsrisiko unter die Lupe genommen wurden, kam zu dem Schluss, dass der Genuss von Kaffee das Risiko von Krebserkrankungen nicht erhöht [1]. Ganz im Gegenteil: Die Autoren fanden Hinweise darauf, dass Kaffee das Risiko für Krebserkrankungen der Leber und der Nieren reduzieren kann.

 

Für ein Review aus dem Jahr 2010 zum Thema Kaffee und Krebs wurden insgesamt mehr als 500 wissenschaftliche Publikationen ausgewertet. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Kaffee bei Leberkrebs und Endometriumkrebs einen starken protektiven Effekt auszuüben scheint. Beim Kolorektalkrebs ist der positive Zusammenhang nicht ganz so deutlich, aber vorhanden [2].

 

Kaffeeöle wirken möglicherweise antikarzinogen

Die Ursache solcher Beobachtungen könnte darin zu finden sein, dass Kaffee einige Substanzen enthält, die das Krebsrisiko potenziell beeinflussen können. Dazu zählen die beiden kaffeespezifischen Diterpene Kafestol und Kahweol, die antikarzinogene Eigenschaften aufweisen. Aktuelle in-vivo-Versuche an Zebrafischen und Küken haben gezeigt, dass Kahweol hemmend auf die Gefäßbildung in Tumoren (anti-angiogen) wirkt [3]. Die Wissenschaftler postulieren einen möglichen Nutzen in der Krebstherapie. Möglicherweise hat auch Kafestol antiangiogene Eigenschaften [4].

 

Die EPIC-Studie

Auch in der großen European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) - Deutschland wurde der Einfluss von Kaffeekonsum auf das Risiko für verschiedene chronische Erkrankungen untersucht. Die Forscher konnten weder einen positiven, noch einen negativen Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und dem Risiko für Krebs allgemein finden [5].

 

Krebsmortalität und Kaffee

In einer umfangreichen epidemiologischen Studie wurde die Krebsmortalität bei 97.753 Japanern über einen Zeitraum von 16 Jahren in Abhängigkeit vom Kaffeekonsum untersucht [6]; weder bei Frauen noch bei Männern wurde ein Einfluss des Kaffeekonsums auf die Gesamtkrebsmortalität gefunden.

 

1. Nkondjock, A. Cancer Letters, 18, 121-125, 2009.

2. Arab, L. Nutrition and Cancer, 62, 271-283, 2010.

3. Cardenas, C. et al. PLOS One, 6(8): e23407, online publiziert am 9.8.2011.

4. Wang, S. et al. Biochemical and Biophysical Research Communications, 421, 567-571, 2012.

5. Floegel, A. Am J Clin Nutr, online publiziert am 15.2.2012.

6. Tamakoshi, A. et al. Eur J Epidemiol 26, 285-293, 2011.