- 1: Allgemeines.
- 2: Vorbemerkung zu Studiendesigns.
- 3: Wirkungen im Überblick.
- 4: Inhaltsstoffe.
- 5: Einfluss auf Psyche und Körper.
- 6: Einfluss auf ausgewählte Krankheitsbilder.
- 6.1: Asthma.
- 6.2: Herzerkrankungen.
- 6.3: Diabetes.
- 6.4: Magen-Darm-Trakt.
- 6.5: Gallensteine.
- 6.6: Leberzirrhose.
- 6.7: Nierenfunktion und Wasserhaushalt.
- 6.8: Kalzium-Gleichgewicht und Knochengesundheit.
- 6.9: Schwangerschaft.
- 6.10: Krebs.
- 6.11: Alzheimer-Demenz.
- 6.12: Parkinson.
Hat Kaffee oder Koffein einen Einfluss auf verschiedene Aspekte der Nierenfunktion wie Diurese, Detrusor-Instabilität oder die Bildung von Nierensteinen? Der Beantwortung dieser Fragen widmeten sich zahlreiche Untersuchungen.
So wurde - allerdings nur bei sehr hohen Kaffeemengen von mehr als sechs Tassen (entspricht 642 mg Koffein) - ein verstärkter Urinfluss über 24 Stunden beobachtet (1). Etliche Studien mit US-amerikanischen Sportlern konnten jedoch keine Beweise dafür finden, dass Kaffeekonsum womöglich durch eine Förderung der Dehydratation oder Mineralstoffverlust die Leistungsfähigkeit beinträchtigen könnte (2).
Im Hinblick auf die Detrusoraktivität fand auch eine Studie mit mehr als 27.000 norwegischen Frauen keinen Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und Harninkontinenz (3). Möglicherweise kann Koffein aber den Harndrang bei Frauen mit einer bestehenden Dranginkontinenz fördern. Einige kleinere Fall-Kontroll-Studien legen diese Vermutung nahe, die Ergebnisse müssen aber noch in Kohortenstudien oder Interventionsstudien verifiziert werden.
Hinweise darauf, dass Kaffee das Risiko von Nierensteinen um bis zu 10 Prozent senken kann, stammen aus zwei großen amerikanischen Kohortenstudien mit mehr als 45.000 Männern (4) beziehungsweise 81.000 Frauen (5). Da dieser Effekt sowohl mit normalem als auch mit dekoffeiniertem Kaffee beobachtet wurde, scheint nicht das Koffein selbst dafür verantwortlich zu sein.
Noch vor gar nicht allzu langer Zeit wurden die Menschen darauf hingewiesen, dass Kaffeegenuss nichts zum Wasserhaushalt des Körpers beitrage, sondern sogar dehydrierend wirke. Diese Ansicht ist inzwischen eindeutig widerlegt, so die Aussage eines umfangreichen Reviews aus dem Jahr 2007 (6). Koffein ist zwar ein mildes Diuretikum, in den üblichen Mengen getrunken, kann er jedoch einen wichtigen Beitrag zum Flüssigkeitsbedarf leisten, der dem von reinem Wasser entspricht (7).
1.Neuhauser-Berthold, M. et al. Annals of Nutrition & Metabolism,41, 29-36, 1997.
2. Armstrong, L.E. International Journal of Sport Nutrition and Exercise Metabolism, 12, 189-206, 2002.
3. Hannestad, Y.S. et al. British Journal of Obstetrics and Gynaecology, 110, 247-254, 2003.
4. Curhan, G.C. et al. American Journal of Epidemiology, 143, 240-247, 1996.
5. Curhan, G.C. et al. Annals of Internal Medicine, 128, 534-540, 1998.
6. Ganio, M.S. et al. Clinical Sports Medicine, 26, 1-16, 2007.
7. Armstrong, L.E. et al. Exercise and Sports Science Reviews, 35, 135-140, 2007.

