- 1: Allgemeines.
- 2: Vorbemerkung zu Studiendesigns.
- 3: Wirkungen im Überblick.
- 4: Inhaltsstoffe.
- 5: Einfluss auf Psyche und Körper.
- 6: Einfluss auf ausgewählte Krankheitsbilder.
- 6.1: Asthma.
- 6.2: Herzerkrankungen.
- 6.3: Diabetes.
- 6.4: Magen-Darm-Trakt.
- 6.5: Gallensteine.
- 6.6: Leberzirrhose.
- 6.7: Nierenfunktion und Wasserhaushalt.
- 6.8: Kalzium-Gleichgewicht und Knochengesundheit.
- 6.9: Schwangerschaft.
- 6.10: Krebs.
- 6.11: Alzheimer-Demenz.
- 6.12: Parkinson.
Bis zu einer abschließenden Beurteilung des Einflusses von Kaffee auf die Parkinson-Krankheit sind sicherlich noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig. Doch die bis dato vorliegenden Ergebnisse sind ermutigend, dass der Konsum von Kaffee einen gewissen Schutz vor dieser neurodegenerativen Erkrankung bietet. So fand eine große prospektive Studie in Finnland mit fast 30.000 Teilnehmern ein reduziertes Parkinson-Risiko bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern (1). Eine weitere finnische Studie mit 6.710 Männern und Frauen berichtete über vergleichbare Resultate, die die Schlussfolgerung zulassen, dass Kaffee einen protektiven Effekt ausübt (2).
Auch eine Meta-Analyse von Studiendaten bis zum Jahr 2002 ergab, dass Kaffeetrinker im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern ein um 31 Prozent geringeres Risiko aufwiesen, an Parkinson zu erkranken (3). Die Autoren dieses Reviews bemerkten allerdings einen deutlichen Geschlechter-Unterschied (4,5). So stellte man bei Männern einen starken invers-linearen Zusammenhang zwischen der Zahl von konsumierten Kaffeetassen und dem Parkinson-Risiko fest, was sich in einer Risikoreduktion von 49 Prozent bei drei zusätzlichen Kaffeetassen pro Tag niederschlug. Wertete man hingegen die Frauen getrennt aus, so zeigt sich überhaupt kein Zusammenhang. Eine andere Studie aus dem Jahr 2003, an der mehr als 77.000 Frauen teilgenommen hatten, kam zu einem aufschlussreichen Resultat, der diese geschlechtsspezifische Differenz erklären könnte (6). Tatsächlich verringerte sich in dieser Studie durch den Genuss von Kaffee auch bei Frauen das Parkinson-Risiko. Allerdings traf dies nur für jene Frauen zu, die keine postmenopausale Hormontherapie durchführten. Nahmen die Frauen jedoch Hormone ein, stieg das Parkinson-Risiko. Ob sich diese hoch interessante Beobachtung bestätigen lässt, müssen weitere Studien zeigen.
1. Hu, G. et al. Movement Disorders, Online/In Press, August 2007.
2. Saaksjarvi, K. et al. European Journal of Clinical Nutrition, 2007.
3. Hernan, M.A. et al. Annals of Neurology, 52, 276-284, 2002.
4. Ascherio, A. et al. Annals of Neurology, 50, 56-63, 2001.
5. Ross, G.W. et al. Journal of the American Medical Association, 283, 2674-2679, 2000.
6. Ascherio, A. et al. Neurology, 60, 790-795, 2003.

